14.07.2010

Produktkonfiguration

Maschinen-Know-how IT-gestützt vermitteln

Christian Heinemann
Christian Heinemann
Immer komplexere Produkte, kurze Lieferzeiten und stagnierende Märkte: Diesen Herausforderungen begegnet der Verpackungsmaschinenhersteller Multivac mit einem langfristig angelegten Expansionskurs. Dabei unterstützt ein Produktkonfigurator der Camos Software und Beratung GmbH die gesamte Angebots- und Auftragsabwicklung.

von Friederike Wagner

Sekundenbruchteile nachdem die Folie abgerollt ist, verschwindet sie im Formwerkzeug. Heraus kommt eine Packmulde – bereit, manuell oder automatisch befüllt zu werden: mit Lebensmitteln, medizinischen Sterilgütern oder Nonfood-Artikeln. Bevor die Verpackung mit einer zweiten Folie versiegelt wird, kann die Luft entzogen werden und Schutzatmosphäre einströmen. Bis zu 20 000 Kilogramm Fleisch können Nahrungsmittelproduzenten täglich mit einer Tiefziehverpackungsmaschine verpacken. Hersteller medizinischer Sterilgüter setzen sie ein, um bis zu 500 000 Einwegspritzen pro Tag sicher versandfertig zu machen.

Die Multivac Sepp Haggenmüller GmbH & Co. KG liefert rund 5 500 Verpackungsmaschinen im Jahr an Kunden rund um den Globus. Bei Tiefziehverpackungsmaschinen ist das Unternehmen weltweit Marktführer. „Unsere Kunden drängen auf kurze Lieferzeiten und die Verpackungslösungen werden immer anwendungsspezifischer“, sagt Christian Heinemann, Teamleiter Konfiguration bei Multivac. Daher beschäftigt das Unternehmen mit Sitz in Wolfertschwenden bei Kempten Verpackungsexperten, die für den Kunden eine für sein Produkt ideale Kombination von Verpackungsmaterial, Atmosphäre und Temperatur erarbeiten.

Zudem hat Multivac einen eigenen Geschäftsbereich Systeme, der Komplettlösungen inklusive Projektmanagement für den Verpackungsprozess entwickelt. Das Unternehmen erweitert aber auch die Vertriebsorganisation stetig, um in allen wichtigen und an Bedeutung gewinnenden Märkten präsent zu sein. Die Expansionsstrategie hat wiederum Auswirkungen auf die Produkte. „Unsere Maschinen werden auf den Bedarf der jeweiligen Kunden maßgeschneidert“, erläutert Heinemann. „Um dies noch besser standardisieren zu können, erhöhen wir den Modularisierungsgrad unserer Maschinen weiter. Darüber hinaus steigern wir den Automatisierungsgrad in Konstruktion und Projektierung – alles Maßnahmen, um den Markt schneller und kostengünstiger zu bedienen.“

Dabei beginnt die Automatisierung bei den Vertriebs- und Auftragsabwicklungsprozessen, die vor einigen Jahren mit IT-gestützten Methoden standardisiert wurden. Dezentrale, inkonsistente Lösungen wurden eliminiert und Medienbrüche vermieden. Angebots- und Auftragskonfigurationen werden über eine selbstprogrammierte Schnittstelle an das SAP-Enterprise-Resource-Planning-System übertragen. Mehr als 500 Vertriebsmitarbeiter weltweit nutzen den Produktkonfigurator des Stuttgarter Anbieters Camos, um schnell ein technisch korrektes Produkt zu konfigurieren und ein Angebot oder einen Vertriebsauftrag zu erstellen. Dauerte es zuvor Stunden, bis ein Angebot für eine komplexe Maschine inklusive Formatskizzen das Unternehmen verließ, ist das heute in maximal einer halben Stunde geschehen. Mithilfe der Software „Camos Configurator“ werden aber nicht nur die Angebote für neue, modulare Produkte konfiguriert, sondern auch Nachlieferungen und Sonderlösungen.

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