marketingIT-Diskurs
Monitoring-Tools müssen auch weiche Faktoren und Long Tail-Effekte berücksichtigen
Das kann man allerdings überhaupt nicht aus einer rein quantitativen Messung ableiten. Die Zahl der Fans, Follower oder Abrufzahlen sagt überhaupt nichts über den Grad der Interaktion oder über eine Veränderung der Unternehmenskultur aus. Man bekommt überhaupt keine Auskunft über den Einfluss, die Akzeptanz oder Interessantheit. "Welcher DAX-Konzern hat denn die Unternehmensmauern niedergerissen und diskutiert transparent und ohne Sprachregelung mit der Netzöffentlichkeit? Wer setzt konsequent bei der Entwicklung von Produkten und Diensten auf das Crowdsourcing-Prinzip? Wer kommt ohne hierarchische Richtlinien aus? Ich bezweifle, dass sich die Ziegelsteinmentalität in vielen großen Organisationen des Staates und der Wirtschaftgeändert hat“, erwidert Peter B. Záboji, Chairman des After Sales-Spezialisten Bitronic. Wer Social Media nur als zusätzliche Spielwiese für die Markenkommunikation betrachtet, habe nicht begriffen, was sich im Netz abspielt. Was sich geändert habe, komme in einer Aussage zur Geltung, die dem Sohn von Jung von Matt-Vorstand Peter Figge zugeschrieben wird: „Papa, wie ist man eigentlich ins Internet gekommen, bevor es Computer gab“.
Dieser Satz sei exemplarisch für die Haltung vieler Menschen, wenn es um Social Media geht, meint der Blogger und Strategieberater Sascha Lobo: "Das Internet ist nicht nur in einem Gerät vorhanden. Es ist eine zweite digitale Schicht, die sich über die gesamte Welt gelegt hat. Und der wichtigste Effekt sozialer Netzwerke ist der Kontrollverlust.“ Die Angst vor dem Kontrollverlust bestimme in der Regel noch die Markenkommunikation. Fast jeder hänge noch der Illusion nach, dass einem die Marke gehöre. Man könne allerdings nicht mehr bestimmen, was damit passiert: „Die Marke findet in den Köpfen der Menschen statt. Ich kann allenfalls sphärisch darum herumtanzen und versuchen, sie mit Geduldsspielen zu beeinflussen“, sagt Lobo. Es gebe immer weniger Gewissheiten über den Erfolg oder Misserfolg von Strategien. Man sollte verschiedene Ansätze versuchen und überprüfen, was funktioniert oder nicht.
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Kommentare (1)
Auf meinem Blog gab es zu den Analysekriterien von Monitoring-Tools schon Reaktionen. So schreibt Jürgen Homeyer von Vierpartner: Jeder Konzern muss, ob wer will oder nicht, sich mit social media auseinandersetzen und möglichst rasch anfangen, dort aktiv zu werden. Er muss nicht nach hundert tausenden von „Freunden“ oder „Followern“ streben. Aber muss dort präsent sein. Das ist wichtig, um sich an allen relevanten Meinungsbildungsprozessen beteiligen zu können. Das ist wichtig, um in Krisenfällen reaktionsfähig zu sein.
Die Meinungsbildung findet immer mehr im Social Web statt. Jede Person, jedes Medium, jedes Unternehmen, das sich an diesem Prozess der Meinungsbildung beteiligen will, muss in Zukunft im social web aktiv werden.
Meine Antwort: @Jürgen Da sehe ich ja gar keinen Widerspruch. Allerdings muss ein Markenartikler anders präsent sein, als ein Hersteller von Maschinen für den Tiefbau oder dergleichen. Zudem sagt Euer Ranking nichts über die Dialogorientierung, über die Offenheit im Diskurs mit der Netzöffentlichkeit, über eine Enterprise 2.0-Kultur – da sind deutsche Konzerne noch meilenweit von entfernt. Aber nicht nur deutsche, auch Vodafone ist ja gnadenlos gescheitert mit einer Social Media-Mimikry-Aktion.