27.01.2012

Mobile Marketing

Zielgruppenansprache über Website oder App?

Sascha Scholz
Sascha Scholz
Auf soziale Netzwerke sowie Informationen und Unterhaltungsangebote im Web wird immer häufiger über mobile Geräte zugegriffen. Das mobile Nutzerverhalten unterscheidet sich aber stark von dem des stationären Nutzers, betont Diplom-Medienwirt Sascha Scholz von der Internetagentur Kernpunkt. Denn der mobile Internetnutzer bewege sich wesentlich ergebnisorientierter im Web. Für Website-Betreiber sei es wichtig, die Interessen der eigenen Zielgruppe zu erkennen und Anforderungen zu erfüllen. Die Entscheidung, welche Art von mobilem Angebot zum Einsatz kommen soll, stelle viele Website-Betreiber bereits vor die eine Herausforderung. Mobile Website per CSS, separate mobile Website oder eine eigene App? Welches Medienangebot das richtige ist, lässt sich mit einer Erstkonzeption leicht herausfinden, wie Scholz im Folgenden erläutert.

Die konzeptionelle Arbeit beginnt mit der Erstellung einer Zieldefinition. Damit lässt sich auch der personelle und finanzielle Aufwand einschätzen und festlegen. Mithilfe der Zielgruppenanalyse (Online-Umfragen, Card-Sortings) werden die Bedürfnisse der Nutzer identifiziert und Verhaltensunterschiede zwischen den stationären und mobilen Internetnutzern herausgearbeitet. Unter Berücksichtigung der Zieldefinition und den Ergebnissen aus der Zielgruppenanalyse kann anschließend eine Entscheidung getroffen werden, welche Art der Umsetzung des mobilen Webangebots realisiert werden soll.

Angepasst: Die mobile Website per CSS

Eine Realisation mit dem geringsten konzeptionellen Aufwand beschränkt sich auf Anpassungen des bestehenden Webauftritts per CSS. Hierfür müssen unterschiedliche Stylesheets entwickelt werden, um diese später browser- und endgerätespezifisch ausliefern zu können. Auf diese Weise wird beispielsweise horizontales Scrollen vermieden und die Bedienung der Website für den Nutzer erleichtert. Durch die CSS-Anpassung auf mobilen Websites findet keine Reduktion der Inhalte und Navigationsstruktur zugunsten der Nutzerinteressen und Bedienbarkeit der Website statt. Dies kann zur Folge haben, dass der Nutzer lange Klickstrecken in Kauf nehmen muss, um den relevanten Inhalt zu erreichen. Darüber hinaus bleibt bei der lediglich mit CSS angepassten mobilen Website der HTML-Code unverändert. Das Datenvolumen und die Ladezeiten der mobilen Website sind somit nicht für die mobile Nutzung optimiert. Trotzdem ist die mit CSS angepasste mobile Website ein probates Mittel, um kostengünstig und schnell eine für die mobile Nutzung optimierte Darstellung anbieten zu können. Denn nicht immer handelt es sich um eine Website mit komplexer Struktur, zahlreichen Funktionen und Anwendungen.

Individuell: Die separate mobile Website

Einen wesentlich nutzerorientierteren Ansatz stellt die inhaltlich optimierte mobile Website dar. Erste Aufgabe ist eine Reduzierung der Seitenkomplexität unter Berücksichtigung der Zieldefinition und den Erkenntnissen aus der Zielgruppenanalyse. Dabei werden irrelevante Inhalte und Funktionen entfernt und die Navigationsstruktur verringert. Auch wird festgelegt, an welcher Stelle Funktionen und zusätzliche Features in die mobile Website integriert werden. In einem weiteren Schritt empfiehlt es sich, die Kompatibilität der Website-Inhalte mit den mobilen Endgeräten zu überprüfen. Da Anwendungen auf Flash-, Java- und Silverlight-Basis nicht auf allen mobilen Endgeräten unterstützt werden, sollte bei der mobilen Website auf den Einsatz dieser Anwendungen verzichtet werden. Parallel zur Optimierung der Kompatibilität bestehender Funktionen und Anwendungen wird die Konzeption der mobilen Zusatzfeatures durchgeführt. Hier sollte die Perspektive der Nutzer eingenommen werden. Visualisiert werden die Ergebnisse in sogenannten Wireframes, ersten optischen Entwürfen. Diese sind auf Basis des „Responsive Webdesign“ zu entwickeln und klickbar zu machen. „Responsive Webdesign“ berücksichtigt die unterschiedlichen Anforderungen von Ausgabegeräten wie Smartphone, Laptop oder stationärem PC. Besondere Usability-Aspekte mobiler Endgeräte werden somit einbezogen.

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