03.09.2010

E-Commerce

Die zehn wichtigsten Usability-Regeln im E-Commerce

Florian Schneider
Florian Schneider
Eine hohe Nutzerfreundlichkeit (Usability) ist im E-Commerce unbestritten ein wichtiger Erfolgsfaktor. Denn eine hohe Usability wirkt sich positiv auf Konversionsraten, die Größe des Warenkorbs und letztlich auch auf den Umsatz aus. Aber wo sollen Shop-Betreiber bei der Usability-Optimierung anfangen? Dieser Beitrag liefert Ansatzpunkte und stellt die zehn wichtigsten Usability-Regeln vor.

von Florian Schneider

1. Klassischer, gelernter Grundaufbau

Die wichtigste Regel zur Nutzerfreundlichkeit ist, dass die Shopgestaltung dem klassischen, gelernten Grundaufbau folgt. Denn die richtige Platzierung aller Elemente stellt die Basis für einen funktionierenden Online-Shop dar. Müssen Nutzer eine bestimmte Funktion oder einen wichtigen Einstieg erst suchen, empfinden sie dies als störend. Ist jedoch alles Funktionelle so angeordnet, wie der Nutzer es erwartet beziehungsweise wie er es gelernt hat, bewegt er sich wesentlich souveräner und intuitiver durch den Online-Shop. Dadurch beschäftigt er sich mehr mit den Inhalten und Produkten als mit der Bedienung der Seite – mit unmittelbar positiven Auswirkungen auf die Konversionsrate. Hier einige Beispiele: Während die Suche prominent mittig unter dem Headerbereich platziert werden sollte, erwarten die Besucher den Warenkorb – immer sichtbar – rechts oben auf den Shopseiten. An dieser Stelle sollten sich auch die Buttons „Login“, „Mein Konto“ und „Ausloggen“ befinden. Wichtig ist es beispielsweise auch, dass Angaben zu Preis, Verfügbarkeit, Bestellmenge sowie die Warenkorbfunktion eine optische Einheit bilden – alles andere irritiert die Nutzer (User).

2. Inhalte begrenzen, Übersicht bieten

Das menschliche Gehirn ist nicht in der Lage, eine unbegrenzte Anzahl an Objekten wahrzunehmen. Überladene Online-Angebote können deswegen schnell zu Unzufriedenheit bei Besuchern oder sogar zum Abbruch führen. Handelten Shopbetreiber lange Zeit nach der Maxime möglichst viele, selbst ausgewählte Inhalte und Artikel auf die Startseite zu bringen, empfiehlt sich aus Usability-Sicht inzwischen ein anderer Ansatz – weniger Elemente, die dafür aber aus Nutzersicht interessanter und relevanter sind. Möglich ist dies etwa durch Personalisierung: Auf Basis der Aufzeichnung und Auswertung des Nutzungsverhaltens wird automatisch eine auf den einzelnen Nutzer und seine Bedürfnisse zugeschnittene Version des Online-Shops generiert. Ein anderer Weg ist die Customization: der Nutzer definiert selbst, was ihn interessiert und wie er sich durch das Angebot bewegen möchte – am besten ohne dass er es überhaupt merkt. Ein gutes Beispiel dafür ist die sogenannte Filtersuche. Über unterschiedliche Filter wie Kategorie, Farbe oder Größe kann sich der Nutzer das Angebot mit wenigen Klicks intuitiv erschließen.

3. Intuitive und visuelle Nutzerführung

Das Nutzungsverhalten ist in den vergangenen Jahren wesentlich visueller geworden. Die Nutzer möchten sehen, erleben und intuitiv geführt werden. Eine Funktion sollte deswegen direkt gezeigt und nicht hinter einer Beschreibung und einem Link versteckt werden. Vorreiter auf diesem Gebiet ist Amazon – Features wie etwa Bewertungen und Nutzerkommentare sind sehr schnell funktionell identifizierbar.

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